Was ist der Baum der Erkenntnis?
Der Baum der Erkenntnis ist ein ganzheitlicher Bildungsplan, der in den 1980er Jahren in der schwedischen Gemeinde Halmstad entwickelt wurde. Er ermöglicht es Pädagoginnen und Pädagogen, die Entwicklung und das Lernen von Kindern im Alter von 1 bis 16 Jahren zu dokumentieren, zu beobachten und zu reflektieren.
Das Konzept basiert auf dem schwedischen Lehrplan LPO-94 und verbindet einen ganzheitlichen Blick auf das Kind mit konkreten pädagogischen Werkzeugen — für Elterngespräche, Selbstreflexion und die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Team.
Geschichte und Übersetzung
Marianne und Lasse Berger haben den Baum der Erkenntnis im Jahr 2003 ins Deutsche übersetzt und für den deutschsprachigen Bildungsraum aufbereitet. Seitdem wird er in Kindertageseinrichtungen, Vorschulen und Schulen in Deutschland eingesetzt — überall dort, wo Pädagogen die Entwicklung von Kindern sichtbar machen möchten.
Einsatzgebiete
- Kita und Krippe (Kinder ab 1 Jahr)
- Vorschule und Kindergarten
- Grundschule und weiterführende Schule (bis 16 Jahre)
- Interdisziplinäre Teams und Bildungseinrichtungen
Staffelpreise
Alle Preise verstehen sich pro Stück, zzgl. .
| Menge | Preis/Stück |
|---|---|
| 1–8 Stück | 7,50 € |
| 9–15 Stück | 7,00 € |
| 16–45 Stück | 6,50 € |
| 46–100 Stück | 6,00 € |
| 101+ Stück | 5,50 € |
So arbeiten Sie damit — 9 Schritte zur Einführung
Aus dem Leitfaden von Marianne und Lasse Berger: eine bewährte Checkliste für pädagogische Teams, die den Baum der Erkenntnis einführen möchten.
Suchen Sie sich in der Baumkrone ein Lernziel aus und untersuchen Sie, welche Kompetenzen im Wurzelbereich dazu nötig sind. Diese Übung verdeutlicht die ganzheitliche Sicht auf das Kind und führt zu anregenden Teamgesprächen.
Wählen Sie ein Kind aus und diskutieren Sie gemeinsam im Team, welche Kompetenzen es bereits besitzt. Markieren Sie eroberte Kompetenzen mit einem Textmarker — so werden Stärken auf einen Blick sichtbar. Dieses Material ist keins zum schnellen Abhaken: Es lebt von der gemeinsamen Diskussion im Team.
Klären Sie im Team, was Sie unter den verschiedenen Kompetenzen verstehen. Was möchten wir bei einem Kind beobachten, bevor wir diese Kompetenz markieren? Halten Sie die vereinbarten Definitionen schriftlich fest — als Gedächtnisstütze und Einführungshilfe für neue Teammitglieder.
Beziehen Sie bei der Einführung nicht gleich alle Kinder der Einrichtung ein. Beginnen Sie mit den Dreijährigen oder den Kindern, die nächstes Jahr in die Schule kommen — so sammeln Sie erste Erfahrungen und können diese im Team weitergeben.
Die Notizseiten dienen für Kommentare, Daten und Situationsbeschreibungen. Ziffern neben einem Kompetenzbegriff zeigen: dazu gibt es noch mehr zu lesen. Lernen ist nicht statisch — gerade bei sozialen und gefühlsmäßigen Kompetenzen wird sich vieles über die Jahre verändern.
Eltern haben in der Regel keinerlei Widerstand gegen eine stärkenorientierte Dokumentation — im Gegenteil. Als Grundlage für Lernentwicklungsgespräche ist das Material unschlagbar: Die Kompetenzen des Kindes sind durch die Markierungen deutlich sichtbar. Wichtig ist auch, die Einschätzungen der Eltern aktiv einzuholen.
Schon im Kindergarten können Kinder regelmäßig über ihre Stärken und Ziele reflektieren. Sie lernen ihre Fähigkeiten kennen und werden zum eigenverantwortlichen Akteur ihrer eigenen Entwicklung — eine Grundlage für lebenslanges Lernen.
Zwei Monate vor dem Übergang Kita → Schule treffen sich die pädagogischen Teams zu einem Übergabegespräch auf Basis des Baums. Zwei Monate nach Schulbeginn folgt eine Rückmeldung. So kann die Schule dort weitermachen, wo die Kita aufgehört hat — und das Kind muss sich nicht neu erklären.
Die Baumkrone zeigt Lernziele als Grobplanung. Für die Feinplanung nehmen deutsche Lehrkräfte die Lehrpläne ihres Bundeslandes. Entscheidend ist: Kinder haben das Recht auf ein unterschiedliches Lerntempo — individuelle Lernpläne und Portfolio-Bögen helfen, Fortschritte zu dokumentieren und Verantwortung für das eigene Lernen zu übernehmen.